Schreiben

Dreißig Jahre…

… wird es hoffentlich nicht dauern, bis ich meinen Roman geschrieben habe, aber immerhin geht es diesen Monat los!
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sehr sinnvoll sein kann, im Vorfeld ein Treatment zu verfassen, gerade bei einem komplexen Projekt. Bislang habe ich dies nur für den Drehbuchbereich gemacht, aber jetzt habe ich eine solide Grundlage von über 70 Seiten, die auch schon die emotionale Grundfärbung des späteren Manuskripts transportiert. Ein paar Dialoge habe ich ebenfalls schon eingebaut.
Das war richtig viel Arbeit, aber im Verhältnis nicht mehr, als dieses verflixte Exposé! Eine Handlung von vielleicht 500 Seiten mit mehreren Zeitebenen auf wenige Seiten einzudampfen, ohne in verschachteltes Behördendeutsch zu verfallen, ist eine echte Herausforderung. Hilfreich hierbei war der distanzierte Blick mehrerer Testleserinnen und -leser, die tolle Ideen und Anmerkungen eingebracht haben. Danke, Judith, Christa und Manfred!
Auch das Exposé war ja eigentlich noch nicht nötig, das ist eine Frage der eigenen strukturellen Herangehensweise. Es beruhigt, die Essenz der Erzählung in Griffweite zu wissen, denn unweigerlich werde ich mich im Geflecht meiner Figuren verzetteln! Stichwort „Roter Faden“…
Zur Handlung selbst möchte ich keine Einzelheiten nach außen tragen zu einem Zeitpunkt, wo das Innenleben noch recht ungeordnet ist. Schriftstellerischer Aberglaube! Dennoch werde ich an dieser Stelle über Fort- und Rückschritte im auktorialen Prozess berichten!

Wie sieht das Leben im Jahr 2050 aus?

Vor dem Hintergrund dieser spannenden Frage entwickele ich aktuell ein Romanprojekt! Bin neugierig, wohin mich die Geschichte zweier sehr unterschiedlicher Frauen und eines Hologramms führen wird … Auch hier stellt sich natürlich die Frage: Was bleibt? Drohnen werden ihre Bahnen vor dem Fenster ziehen, vielleicht gibt es Lufttaxis, Androide als Spielgefährten und Dienstleistende, ganz gewiss Bio-Chips unter der Haut, die ein gesundes Leben überwachen und steuern. Virtuelle Reisen ermöglichen gefahrlose Abenteuer und vielfältige Sensationen. Neue Erdenbürger werden zunehmend als Wunschpaket genetisch optimiert, und je nach finanziellen Möglichkeiten kann der Tod immer weiter verschoben werden. Und wie gestalten sich dann die sozialen Beziehungen? Freundschaften, Partnerschaft? Wie sieht die Natur aus, vor dem Hintergrund des Klimawandels und der demografischen Entwicklung? Was ist mit den gewaltsamen Konflikten in Nahost und anderswo, was mit den Religionen? Geht es in Richtung Vernunft und Humanismus oder droht weltweite Manipulation, Überwachung und weiteres Ungleichgewicht zwischen Reich und Arm? Und was mich besonders intersssiert: wird noch analoge Kunst gebraucht, ein Bild, ein Roman, ein Theaterstück oder eine Oper?

#2050, #Zukunft, #Romanprojekt, #Kunst der Zukunft

Was bleibt?

Auf der Suche nach dem „roten Faden“ stellt sich auch die Frage: Was hat in dieser zunehmend flüchtigen Zeit noch Bestand, allgemein gesellschaftlich, aber auch persönlich? Dinge zum Festhalten, um nicht von der Twitter-Facebook-Fakenews Woge überspült zu werden? Erinnerungen, die verorten? Und die Kunst, zumal traditionelle Werke wie Gemälde und Fotografien, ist sie nicht längst überflüssig? Ich denke, ganz im Gegenteil! Neben Videoinstallationen und Performances hat auch die bemalte Leinwand weiterhin ihre Berechtigung. Über den reinen visuellen Reiz (auch nicht zu verachten) regt sie zu Reflexion, vielleicht auch zu Dialog oder Widerspruch an.

Ich werde mich in meinem neuen bilderischen Projekt dieser Frage widmen: was bleibt?  Beispiele aus der Werkstatt folgen!