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Metaversum

Manche Menschen träumen davon, sich irgendwann in Paralleluniversen zu bewegen, abgehoben von der Lebenswirklichkeit mit ihren manchmal nervtötenden und langweiligen Aspekten.

Vielleicht ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich Homo Sapiens in seiner unstillbaren Neugierde überflüssig macht? Roboter und Androiden müssen lediglich perfektioniert werden. Und auch der Mensch als wandelndes Ersatzteillager, als Cyborg auf dem Weg in die Unsterblichkeit, ist nicht mehr bloße Utopie.

Wird unsere Vergangenheit irgendwann gelöscht, lästiges Fehlprodukt unserer Festplatte? Was bleibt von unserer Kindheit? Gibt es dann noch überlieferte Geschichte – jedes Einzelnen, aber auch der Menschheit insgesamt?

Ein ambivalentes Thema. Faszinierende Möglichkeiten und erschreckende Abgründe tun sich auf.

In meinem neuen Projekt „Metaversum minus x“ will ich diesem „Quo vadis?“-Gedanken bildnerisch auf die Spur kommen, ausgehend von (m)einer Kindheit in der „guten alten“ Bundesrepublik. Fast vergessen – die Republik und auch die Kindheit, hier wieder zu Tage gefördert, mit Bruchstücken, vergilbten Fotos aus Familienalben, übermalt, digital bearbeitet. Wie sieht Kindsein heute aus? Gibt es Konstanten? Ich denke, ja! Neugierde, Fantasie, Spontaneität, aber auch Kummer, Zorn und Angst … Das ganze Spektrum von Emotionen findet sich übergreifend, in allen Kulturen, zu allen Zeiten. Es begründet unser Menschsein.

Was davon wird bleiben?

Meine Bilder der nächsten Monate (oder Jahre 😊) werden um unser zweites Ich kreisen, den idealen Avatar in einer Parallelwelt. Schon bald wird er oder sie oder es … käuflich zu erwerben sein und seine eigene programmierte Geschichte schreiben. Wer bestimmt dann unsere Sehnsüchte? Wo verläuft die Grenze zwischen Selbst und Projektion? Den Schöpfern eines solchen Metaversums dürfte eine Verschiebung der eigentlichen Bedürfnisse in Richtung Avatar recht sein: schließlich geht es um Profit.  

Gelungene Vernissage

Am 20. November ’21 fand trotz weiterhin widriger Bedingungen die Vernissage der 30. Kreisausstellung des Fördervereins Bildende Kunst in Ostholstein statt! Nachdem schon seit ein paar Wochen kleinere Formate sowie Skulpturen in der Kreisbibliothek Eutin ausgestellt werden (voraussichtlich bis Februar), gab es unverhofft die Möglichkeit, in Oldenburg auch die größeren Formate zu zeigen. Der große Raum inmitten der City, ehemals Rossmann, eignet sich ideal für Events aller Art. Es wäre toll, wenn hier auch weiterhin Künstlerinnen und Künstler ausstellen oder Musik machen können!

Meine Acrylkuh Rosa (genau, links …)

Im großen Raum lassen sich viele Bilder hängen.
Überblick, vom Eingang aus gesehen.

Natürlich geimpft!

Dreißig Jahre: das zweite Jahr haut gleich rein!

Mein Roman „Dreißig Jahre, vielleicht“ spielt auf zwei Zeitebenen: 2019 und 2049.
JETZT, im April 2020, sind wir mitten im Corona-Modus …

Ist nun mein Roman hinfällig, wie ich zunächst befürchtete? Letzten Herbst konnte man von diesem Ausnahmezustand weltweit noch nichts ahnen.

ABER: Die Probleme bleiben – Klima, Umwelt, Artenvielfalt, Urbanisierung, Optimierung des Menschen zum Cyborg … Und die Besiedelung des Mars.

Irgendwann, wenn sich alles einigermaßen beruhigt haben wird (hoffentlich), wird die Geschichte dieser Themen weiter geschrieben. Und mein Dorf Westhoop mit seinen liebenswerten Menschen bleibt sowieso zeitlos!

Was bleibt?

Auf der Suche nach dem „roten Faden“ stellt sich auch die Frage: Was hat in dieser zunehmend flüchtigen Zeit noch Bestand, allgemein gesellschaftlich, aber auch persönlich? Dinge zum Festhalten, um nicht von der Twitter-Facebook-Fakenews Woge überspült zu werden? Erinnerungen, die verorten? Und die Kunst, zumal traditionelle Werke wie Gemälde und Fotografien, ist sie nicht längst überflüssig? Ich denke, ganz im Gegenteil! Neben Videoinstallationen und Performances hat auch die bemalte Leinwand weiterhin ihre Berechtigung. Über den reinen visuellen Reiz (auch nicht zu verachten) regt sie zu Reflexion, vielleicht auch zu Dialog oder Widerspruch an.

Ich werde mich in meinem neuen bilderischen Projekt dieser Frage widmen: was bleibt?  Beispiele aus der Werkstatt folgen!