Der rote Faden – Inga Rienaus Blog

Alle Beiträge aus dem Blog von Inga Rienau

Kann Stricken die Welt verändern? Natürlich nicht, aber so manch ein Maschenschlag erinnert an das Leben! Das Wollknäuel im Korb verknotet sich manchmal auf geheimnisvolle Weise, obwohl die Strickarbeit so harmlos mit einer kleinen Schlinge begann… Nicht nur eine verspielte Katze kann für ungewolltes Chaos sorgen, auch das ungeduldige Zerren am Faden im Inneren des Knäuels ist nicht zielführend. Wer kennt nicht die falschen Pfade und voreiligen Entscheidungen im Leben, die seltsamen Zufälle, hat nicht schon einmal den Faden verloren und sucht ihn später mehr oder minder erfolgreich? Beim Stricken hilft oft nur noch die Schere, um das Chaos zu bändigen, gleichsam den gordischen Knoten zu zerschlagen. Dann musst du das lose Ende deiner Strickarbeit mit einem neuen Anfang verknüpfen. Oder, auf das Leben übertragen, neu durchstarten!
Meine aktuellen literarischen und bildnerischen Projekte drehen sich um das Suchen eines „roten Fadens“, der in das Leben eingewebt scheint. Entschlüsselung eines Strickmusters nicht nur der eigenen Biografie, sondern auch einer zunehmend aus den Fugen geratenen Zeit: viele Menschen wünschen sich eine sichere Struktur, einen Alltagspullover, der zu ihnen passt, der wärmt und haltbar ist.
Dieser Blog soll in loser Folge Werkstattberichte, aber auch Alltagsbeobachtungen aus unterschiedlichen Bereichen vereinen und so den kreativen Prozess vermitteln, der nicht immer linear verläuft, sondern oft genug verschlungenen Mustern folgt. Ergänzungen und Kommentare sind willkommen!

Gelungene Vernissage

Am 20. November ’21 fand trotz weiterhin widriger Bedingungen die Vernissage der 30. Kreisausstellung des Fördervereins Bildende Kunst in Ostholstein statt! Nachdem schon seit ein paar Wochen kleinere Formate sowie Skulpturen in der Kreisbibliothek Eutin ausgestellt werden (voraussichtlich bis Februar), gab es unverhofft die Möglichkeit, in Oldenburg auch die größeren Formate zu zeigen. Der große Raum inmitten der City, ehemals Rossmann, eignet sich ideal für Events aller Art. Es wäre toll, wenn hier auch weiterhin Künstlerinnen und Künstler ausstellen oder Musik machen können!

Meine Acrylkuh Rosa (genau, links …)

Im großen Raum lassen sich viele Bilder hängen.
Überblick, vom Eingang aus gesehen.

Natürlich geimpft!

Animal Art

Als neues Projekt möchte ich meine Erfahrung mit Tiermalerei erweitern.

Können Sie sich vorstellen, ein Bild oder eine Zeichnung Ihres Lieblings zu verschenken? Oder sich selbst daran erfreuen? Ich male original nach Ihrer Foto-Vorlage, es ist keine Foto-Bearbeitung! Hund, Katze, Maus, alles ist willkommen (nur Pferde nicht, das ist ein eigenes Genre). Sollten Sie sogar in Ostholstein leben, kann ich auch Ihr Tier „persönlich“ fotografieren, gegen geringe Aufwandsentschädigung. Näheres s. Link zur Galerieseite:

Animal Art – Ihr Liebling von Hand gemalt!

Kontaktaufnahme gerne per Formular, oder telefonisch: 0176-83214581. Ich freue mich!

Tierisch und göttlich

Mein Projekt „Tierische Ansichten“ findet gute Resonanz, was mich natürlich freut! Mit dem „großen“ Huhn „Henriette“ betrachte ich das Projekt als zunächst abgeschlossen, werde aber weiterhin hier und da gefiederte oder pelzige Zeitgenossen malen/zeichnen und fotografieren. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Bilder nach eigenen Fotos entstanden.

Und „göttlich“? Mein Schreibprojekt nimmt Form und Gestalt an! Es sind schon einige Geschichten fertig gebastelt, mit eigenen Illustrationen. Hephaistos, Leto, Demeter und Co. geben uns hilfreiche Tipps, mit eigenen Problemen und Widrigkeiten des Alltags besser umzugehen. Die Recherche zu den unterschiedlichen Mythen nimmt viel Raum ein: So bin ich in die Geschichte des Weinbaus und der Schmiedekunst eingestiegen und habe auch Ausflüge in die Welt der Quantenphysik unternommen – oder besser, unternehmen müssen! Das Ganze wird kein klassischer Ratgeber mit TO-DO-Kästchen und Handlungsanweisungen, die eh niemand dauerhaft befolgt. Es ist vielmehr als humorvolle und etwas philosophisch gewürzte Lektüre konzipiert.

Der Herbst steht vor der Tür, der Garten lenkt nicht mehr gar so sehr ab, und so wird genügend Zeit zum Schreiben bleiben. Wer immer hier vorbeischaut, sei freundlich gegrüßt – und möge seinen eigenen Weg durch die dunkle Jahreszeit finden!

Es geht auch 2021 weiter, trotz alledem …

Mein Roman „In dreißig Jahren, vielleicht“ ruht sich nach all der Arbeit in der virtuellen Schublade aus … Pech natürlich, dass die Handlung Anfang 2020 zu Ende geht und damals von Corona haarscharf noch nicht die Rede war!

Gute Nachricht: das Script ist unabhängig von der aktuellen Lage lesenswert, denn die Frage, wie es mit uns und unserer Gesellschaft, mit Natur und Umwelt und technischen Neuerungen weitergeht, dies vor dem Hintergrund einer Familiengeschichte, bleibt spannend – so oder so. Genauso wie die Frage, ob es anzustreben wäre, das eigene Gehirn in einen Roboter einpflanzen zu lassen und so theoretisch unsterblich zu werden: Für mich bedeutet „Menschsein“ auch, die eigene Sterblichkeit anzunehmen. Aber das ist ein weites Feld und nicht Thema meines Romans, der dreißig Jahre und nicht dreihundert Jahre nach vorne blickt. Wer neugierig ist: Ich kann gerne Exposé und Leseprobe schicken.

Jetzt habe ich ein Sachbuch im Blick, das weit zurückschaut, bis zu den alten Griechen und ihrer spannenden Mythologie, die jede Soap locker toppen kann! Mehr dazu im Laufe des Jahres.

Und mein Projekt der tierischen Ansichten geht weiter, Zeit genug bleibt ja im Lockdown … Falls sich mal jemand auf meine Seite verirrt: Ich wünsche Ihnen und Dir viel Kraft, unerschütterlichen Mut und Optimismus und jeden Tag mindestens drei sehr schöne Augenblicke!

#Lockdown, #Tierbilder, #Inga Rienau, #Ingetraud Rienau, #Menschsein

Dreißig Jahre: das zweite Jahr haut gleich rein!

Mein Roman „Dreißig Jahre, vielleicht“ spielt auf zwei Zeitebenen: 2019 und 2049.
JETZT, im April 2020, sind wir mitten im Corona-Modus …

Ist nun mein Roman hinfällig, wie ich zunächst befürchtete? Letzten Herbst konnte man von diesem Ausnahmezustand weltweit noch nichts ahnen.

ABER: Die Probleme bleiben – Klima, Umwelt, Artenvielfalt, Urbanisierung, Optimierung des Menschen zum Cyborg … Und die Besiedelung des Mars.

Irgendwann, wenn sich alles einigermaßen beruhigt haben wird (hoffentlich), wird die Geschichte dieser Themen weiter geschrieben. Und mein Dorf Westhoop mit seinen liebenswerten Menschen bleibt sowieso zeitlos!

Von Westhoop zum Mars

In dreißig Jahren, vielleicht

Zwei Zeiten, zwei Welten, jede Menge Veränderungen im Verlaufe von dreißig Jahren – doch die Menschen in meinem neuen Roman werden zwar älter, bleiben sich aber treu.

Lina, die alternde Erzählerin, Tehja, Nele, Paul und Malte sind durch ihre Träume verbunden – von einer lebenswerten Natur, einem Leben in Selbstbestimmung oder auch in künstlerischer Freiheit,
Es sind sensible Menschen, die neugierig auf das bunte Leben sind – so schwierig und rätselhaft es auch sein mag.
Was auch immer „Zeit“ bedeutet: meine Figuren machen für sich selbst das Beste daraus.

Fast die Hälfte meines Manuskripts ist geschrieben: In sechs Monaten, vielleicht … wird es fertig sein!

Dreißig Jahre…

… wird es hoffentlich nicht dauern, bis ich meinen Roman geschrieben habe, aber immerhin geht es diesen Monat los!
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sehr sinnvoll sein kann, im Vorfeld ein Treatment zu verfassen, gerade bei einem komplexen Projekt. Bislang habe ich dies nur für den Drehbuchbereich gemacht, aber jetzt habe ich eine solide Grundlage von über 70 Seiten, die auch schon die emotionale Grundfärbung des späteren Manuskripts transportiert. Ein paar Dialoge habe ich ebenfalls schon eingebaut.
Das war richtig viel Arbeit, aber im Verhältnis nicht mehr, als dieses verflixte Exposé! Eine Handlung von vielleicht 500 Seiten mit mehreren Zeitebenen auf wenige Seiten einzudampfen, ohne in verschachteltes Behördendeutsch zu verfallen, ist eine echte Herausforderung. Hilfreich hierbei war der distanzierte Blick mehrerer Testleserinnen und -leser, die tolle Ideen und Anmerkungen eingebracht haben. Danke, Judith, Christa und Manfred!
Auch das Exposé war ja eigentlich noch nicht nötig, das ist eine Frage der eigenen strukturellen Herangehensweise. Es beruhigt, die Essenz der Erzählung in Griffweite zu wissen, denn unweigerlich werde ich mich im Geflecht meiner Figuren verzetteln! Stichwort „Roter Faden“…
Zur Handlung selbst möchte ich keine Einzelheiten nach außen tragen zu einem Zeitpunkt, wo das Innenleben noch recht ungeordnet ist. Schriftstellerischer Aberglaube! Dennoch werde ich an dieser Stelle über Fort- und Rückschritte im auktorialen Prozess berichten!

Der rote Faden entwirrt sich allmählich…

… denn ich habe die Struktur für meinen Roman stehen! Bis Oktober soll das Exposé fertig gestellt sein (hard work…), dann geht es endlich los! Natürlich völlig anders, als ursprünglich geplant, aber so ist das mit dem Roten Faden im Leben 😉 Es werden verschiedene Zeitebenen verwoben, von 1986 bis 2051. Drei sehr unterschiedliche Frauen stehen mit ihren Zielen, Träumen und Konflikten im Zentrum der Geschichte. Und die amerikanische Malerin Georgia O’Keeffe lässt uns erspüren, dass künstlerisch sensible Menschen über Raum und Zeit miteinander verbunden bleiben!

Wie sieht das Leben im Jahr 2050 aus?

Vor dem Hintergrund dieser spannenden Frage entwickele ich aktuell ein Romanprojekt! Bin neugierig, wohin mich die Geschichte zweier sehr unterschiedlicher Frauen und eines Hologramms führen wird … Auch hier stellt sich natürlich die Frage: Was bleibt? Drohnen werden ihre Bahnen vor dem Fenster ziehen, vielleicht gibt es Lufttaxis, Androide als Spielgefährten und Dienstleistende, ganz gewiss Bio-Chips unter der Haut, die ein gesundes Leben überwachen und steuern. Virtuelle Reisen ermöglichen gefahrlose Abenteuer und vielfältige Sensationen. Neue Erdenbürger werden zunehmend als Wunschpaket genetisch optimiert, und je nach finanziellen Möglichkeiten kann der Tod immer weiter verschoben werden. Und wie gestalten sich dann die sozialen Beziehungen? Freundschaften, Partnerschaft? Wie sieht die Natur aus, vor dem Hintergrund des Klimawandels und der demografischen Entwicklung? Was ist mit den gewaltsamen Konflikten in Nahost und anderswo, was mit den Religionen? Geht es in Richtung Vernunft und Humanismus oder droht weltweite Manipulation, Überwachung und weiteres Ungleichgewicht zwischen Reich und Arm? Und was mich besonders intersssiert: wird noch analoge Kunst gebraucht, ein Bild, ein Roman, ein Theaterstück oder eine Oper?

#2050, #Zukunft, #Romanprojekt, #Kunst der Zukunft

Neue Bilder zum Projekt „Was bleibt“!

Das Thema „Alltagspullover“ hat mich auf eine Idee gebracht: Im Halbschlaf träumte ich von chemischen Formeln, aber nicht so wie einst Kekulé, der „seine“ Formel träumte 😉 Nein, ganz schlicht! Wieder wach, nach einem Kaffee, suchte ich mir aus einem Stapel aussortierter alter Klamotten ein paar schöne Stoffe heraus. Zu schade zum achtlosen Wegwerfen! Dann begann die Suche nach der passenden chemischen Formel… In Verbindung mit dem zugehörigen Stoff wuchs ein neues Bild. Was das mit dem Thema „Was bleibt“ zu tun hat? Kleidung bedeutet den Ausdruck unserer Persönlichkeit, ein sehr privates Statement. An manche heiß geliebten und oft peinlichen Stücke erinnern wir uns noch Jahrzehnte, nachdem sie in der Altkleidersammlung gelandet sind! Ein zu langer Jeansrock, ein schlabberiger, mottenzerfressener Pullover, eine fürchterliche Schlaghose… oder auch die High Heels, die gerade einmal unter Schmerzen getragen wurden, um den damaligen Flirt „klar zu machen“ – Erinnerungen eines Lebens bleiben, auch wenn es die Hülle nicht mehr gibt. Und die Formeln? Bleiben sowieso. Sie strukturieren die Welt, in der wir unser kleines Leben leben.

We are such stuff as dreams are made on; and our little life is rounded with a sleep… (Shakespeare, Prologue The Tempest)

Ich bleibe dran!