VOM VERSCHWINDEN – TIERWELT ZWISCHEN SCHÖNHEIT UND VERLUST
Was bleibt, wenn etwas Wertvolles für immer verschwindet? Geschätzt eine Million Tier- und Pflanzenarten von etwa acht Millionen weltweit sind vom Aussterben bedroht. Bis zu 150 Pflanzen- und Tierarten sterben jeden Tag aus. Was geht uns das an, könnte man fragen? Es gibt doch schon genug Probleme?
Aber nichts auf dieser Welt geschieht isoliert. Wird das ökologische Gleichgewicht derart gestört, kann die Menschheit als Teil davon nicht unberührt bleiben. Es geschieht ja nicht „einfach so“: Wir zerstören nicht eine Natur, die außerhalb von uns existiert. Wir beschädigen das System, von dem unser eigenes Leben abhängt! Je vielfältiger die Natur, desto größer ihre Fähigkeit, Veränderungen und Krisen zu verkraften.
Mein neues Projekt widmet sich bedrohten Tierarten – ihrer Schönheit, ihrer Eigenart und ihrer Verletzlichkeit. Doch es erzählt nicht nur vom möglichen Verlust bekannter Tiere wie dem Tiger oder dem Eisbären, oder auch der Bedrohung eher unbekannter Spezies wie dem Schuppentier oder dem Apollofalter. Teil des Projekts ist die Farbe selbst als Teil der Erzählung.
Von Station zu Station verändert sich die Farbigkeit der Bilder. Kräftige, lebendige Töne werden zurückgenommen, lösen sich auf und weichen zunehmend dem Weiß und der Leere. So bezieht sich das Verschwinden nicht allein auf die Fragilität der dargestellten Tiere, sondern ist Teil des künstlerischen Prozesses.
Die Bilder bewegen sich dabei zwischen Schönheit und Verlust, Nähe und Ferne, Gegenwart und Erinnerung. Sie laden dazu ein, genauer hinzusehen – auf die Tiere, auf die Farben und vielleicht auch auf das, was uns vertraut ist, solange es noch da ist.
Vom Verschwinden ist meine malerische Annäherung an eine zunehmend fragile Natur. Wir sind ein Teil davon, gleichermaßen Täter und Opfer …